Hier gab´s vor längerer Zeit schon mal eine Diskussion um ein ähnliches Thema. Ich habe übrigens die
gleichen Erfahrungen wie atomu gemacht und sehe es dementsprechend genauso. Natürlich kann auch ein Japaner gewisse Dinge
aus dem Zusammenhang herleiten, aber es gibt auch Fälle, in denen dich dein Gesprächspartner vielleicht überhaupt nicht versteht, weil deine Aussprache für ihn keinen Sinn ergibt. Das passiert vielleicht weniger, wenn du mit deinem Tandem-Partner über ein fest umgrenztes Thema sprichst, aber möglicherweise dann, wenn du auf Hilfe angewiesen bist und in Japan einen Fremden etwas fragst.
Meiner Meinung nach macht das Beherrschen bzw. Nicht-Beherrschen einer landestypischen natürlichen Satzmelodie und Betonung den Unterschied zwischen dilettantischem Dahersagen und flüssiger, verständlicher Sprachweise aus. Und dabei ist es egal, ob jemand einen Dialekt hat oder nicht. Deswegen kann ich nur empfehlen, es so früh wie möglich mit zu lernen und am Besten von einem Muttersprachler korrigieren zu lassen (Aussprachetraining) und dein Gehör bzw. dein Gehirn gleichzeitig durch möglichst originale Filme, Radiosendungen, Video-Clips und was auch immer zu trainieren, um dich daran zu gewöhnen (Gewöhnung)- denn diese beiden Dinge greifen ineinander. Je mehr du in eine Sprache eintauchst und dich ihr aussetzt, desto eher wirst du eine natürliche Sprachmelodie erlangen.
Übrigens gibt es das in nahezu jeder Sprache, allerdings in verschiedenen Ausprägungen. Gerade in
Livemocha habe ich inzwischen viele erste Sprachversuche auf Deutsch gehört und es ist wirklich interessant, dass es auch mir anfangs manchmal schwer fällt, sie zu verstehen, weil ihre Aussprache, Wortbetonungen, die ganze Satzmelodie oder einfach der Satzfluss bzw. die sinnvollen Unterbrechungen einfach nicht stimmen.