(16.01.16 19:52)vdrummer schrieb: Interessanter Thread 
Was hier auf jeden Fall reinpasst, ist der Iemon-Tee. Iemon schreibt sich in Kanji nämlich 伊右衛門, was mich, als ich den Namen zum ersten Mal gesehen habe, ziemlich aus dem Konzept gebracht hat. Früher wurde es wohl いうえもん gelesen, was aber schwierig zu sprechen war und ist dann zum heutigen いえもん geworden.
Interessant. Von diesem Tee habe ich noch gar nichts gehört. Wadoku kennt ihn nicht, weiß aber zu berichten das 右衛門 die Torwache und Leibgarde am Kaiserhof bedeutet. Damit könnte das Wort auch in den Thread mit eigenständigen Bedeutungen aufgenommen werden, denn man könnte die Bezeichnung für den Tee als "italienische Tor und Leibwache" interpretieren.
In deinem Beispiel wurde ein う "wegrationalisiert". Manchmal kommt auch ein Laut hinzu, den man nicht richtig einem Kanji zuordnen kann. Beispiel 天照大神 あまてらすおお
みかみ. Wo gehört jetzt das "mi" hin? Wird 大 hier おおみ gelesen oder 神 みかみ?
Anderes Beispiel dieser Art: Es gibt den bekannten Film von Kurosawa "Das Schloß im Spinnwebwald". 蜘蛛巣城 Kumonosu-jō. Wo liest man jetzt das "no" heraus? 蜘蛛 = kumo (Spinne) 巣 = su (Netz). Das Partikel "no" muss man sich offensichtlich hier "dazudenken" ohne das es schriftsprachlich durch irgendetwas repräsentiert wird