Lieber Frostschutz,
danke für das super Beispiel. Dann passt es. Gut zu wissen.
Lieber Nokio,
Zitat:Zu 1:Mehr noch für die sehr ausführliche Antwort.
immer gern
Wenn mal Zeit ist, versuche ich ausführlich zu antworten.
Zitat:Zu 2: Ich habe ja nichts "abgetan", aber gesagt, dass es mein (bisheriges) Verständnis sei, was "grammatisch korrekt" wäre. Darum sollte es doch in der Rubrik "Stile + Nuancen" auch gehen. Was kann man sagen, um möglichst gut japanisch zu klingen …
Es fällt mir nicht sonderlich schwer, "im Japanischen grundsätzlich einfache Sätze zu bilden".
Dazu beschäftige ich mich mit ± 20 Jahren schon zu lange mit der Sprache.
Nie mit Notwendigkeit, immer nur aus Interesse.
Nie mit Lehrer, aber eine zeitlang in Japan lebend.
Nie besonders regelmäßig, aber auch nie mit großen zeitlichen Lücken.
Ich habe das auf jeden Fall nicht böse gemeint.
Ich hatte mich wahrscheinlich gewundert, dass du auf der einen Seite nach der richtigen Verwendung der Form fragst - die dir ja nicht ganz klar zu sein scheint -, andererseits aber "recht sicher bist (dass) nai to naranai, nai to ikenai grammatisch korrekt nicht möglich sind". Deshalb war ich doch verwundert. Aber wie gesagt: War nicht böse gemeint.
Sonst zu deinen Sätzen als Hilfe für dich:
日本語を・勉強する・
の仕方の・
多くの時間を・
取っていられない・とだめだ。
Man muss sich die Zeit nehmen, Japanisch zu lernen.
-"no shikata no" lässt sich grammatisch so nicht mit dem Nebensatz davor verbinden. Das erste "no" gehört dort auf jeden Fall nicht hin, weil shikata ein Nomen ist, Verben einfach über die Grundform angeschlossen werden.
-Der zu-Infinitiv/um...zu muss anders gelöst werden, mit "shikata no" geht das nicht. Nominalisierungen, die im Deutschen durch den zu-Infinitiv gebildet werden, werden im Japanischen durch "no" oder "koto" gelöst. Auch benötigt der zweite Teilsatz ab "ôku no jikan" einen Bezug, der über "no" in diesem Fall nicht hergestellt ist. Grammatische Strukturen für das Problem sind: nihongo wo benkyô suru no ni. Es geht stattdessen auch "ni wa", ich habe heute auch "no ni wa" in diesem Kontext gelesen, auch "tame ni" und teilweise "yô ni", je nach Verbart.
-Die Form -te iru bildet unter anderem eine Art Perfekt. Das gibt es im Ausgangssatz nicht und sollte raus.
(-Das Passiv ist nicht nötig, hatten wir aber schon.)
zu 4.: Das Japaner "müssen" nicht mögen, würde ich so nicht sagen. Sie haben keine andere Möglichkeit, Verpflichtung sprachlich auszudrücken. Deshalb gibt es für das deutsche "müssen" als nächste Übertragung keine echten Alternativen zu "shinai to ikenai", "shinakereba naranai" und dergleichen.
Da du nach den neutral-höflichsten Varianten gefragt hast, würde ich sagen: Diese Formen sind es!
Zum Leidenspassiv: tomodachi ni shinarete kanashii und ähnliche Sätze haben mit Höflichkeit in meinen Augen nichts zu tun. Und meiner Ansicht auch nicht unbedingt etwas damit, Dinge nicht direkt zu sagen. Alles ist nämlich klar: Dein Freund stirbt, du bist davon betroffen und deswegen traurig.
Es ist meiner Meinung nach eher so, dass es (wohl?) keine Form im Deutschen gibt, die diesen Sachverhalt gut einfängt. Du hast ja selbst das Wort "bestorben" verwendet, um das Leiden durch die Vorsilbe "be-" auszudrücken.
Wenn du einen Satz wie 一晩中、赤ん坊に泣かれた hast, dann hat das Baby die ganze Nacht geweint und das war doof für dich. Nur weil du aber im Deutschen den Satz "und das war leider blöd" hinzudenken musst, steht es im Japanisch aber da, nämlich eben durch das Passiv. Das Japanische ist jetzt aber nicht indirekter als das Deutsche und verschweigt auch nichts, das japanische Passiv kann eben diese Betroffenheit ausdrücken, das ist alles.
Also, beste Grüße noch mal und schönen Sonntag!
olo