(24.11.12 21:38)Hachiko schrieb: (27.10.03 12:53)JapanIry schrieb: Das mit dem Schnäuzen ist global eine ganz delikate Angelegenheit, denn hat es
jemanden erwischt, so bleiben ihm nur 2 Möglichkeiten, entweder zuhause zu bleiben
oder sich dickbepackt mit Tempo-Taschentübern unter die Leute zu wagen.
Und da habe ich a propos Japaner eine kleine Geschichte, dem wahren Leben
etnommen, parat:
Ein japanischer Dozent, schwer erkältet, schnäuzte sich untentwegs während des Unterrichts und breitete
die Taschentücher samt Sekret auf seinem Pult aus und einer seiner Eleven
nahm eine Zange und sammelte diese in einem Plastikbeutel zwecks Entsorgung.
Vonwegen Anerkennung und ein arigato: Fehlanzeige.
Soviel zur vielbesungenen japanischen Höflichkeit, manchmal lässt sie zu wünschen
übrig.
Nun ja. Höflichkeit alleine... Was sagt den die gute alte Hierarchie zu dem Thema? So wie ich die ganze "Sose" kenne, wäre es eher seltsam gewesen, von dem Prof ein ありがとう zu erwarten.
Beispiel? Ich hab ne hübsche Kredidtkarte, mit nem Tiger drauf. Alle Asiaten lieben sie. Eine junge Receptionistin auf dem Lande liess sich hinreissen und sagte :"You have a very nice credit card, Ma'am" - Ich, voll in meinem europäischen Übermutt: "why, thank you!" (for the compliment, of course) Meine Freunde fanden es MEHR als seltsam, jemandem von so tiefem Stand (in der Situation) Danke zu sagen. Immerhin bin ich お客さま。
Die vielbesungenen Höflichkeit funktioniert wie ein gut geöltes Uhrwerk. Basic Kennntisse über das Uhrwerk, sind empfehlenswert zur Interpretation.