RE: Koreanisch
Zu zi3: Der heutige, in Pinyin mit <j> wiedergegebene Anlaut ist zwar in vielen Fällen auf nicht-aspiriertes /k/ zurückzuführen, bei dem Zeichen hier liegt jedoch keine solche Palatalisierungen vor. Siehe z.B. die folgenden rekonstruierten Formen:
MC tsiX (-X markiert hier den MC shang3sheng1 上声) < AC tsjɨʔ (Baxter 1992: 811)
Daher halte ich es für ausgeschlossen, daß auf _dieser_ lautlichen Grundlage eine Lesung mit ㄲ zustande gekommen sein soll, die ich zudem auch bisher nirgendwo erwähnt finden kann.
Zu ja: Ja, ist sinokoreanisch. Ich verstehe deine Skepsis gut, ich habe mich da anfangs auch arg gewundert. Aber es gibt eine ganze Reihe von SK Lesungen, bei denen man eigtl. ein /i/ oder so erwarten würde (im SJ findet sich auch durchgehend /i/ in diesen Fällen), tatsächlich enden diese Lesungen heute jedoch auf /a/. Bsp.: 死寺史四士仕 (sa), 次 (cha), 子字自 (ja) usw. Hab nicht alle Fälle überprüft, aber der Vokal /a/ ㅏ ist hier scheinbar durchgehend sekundär, eigtl. lag ein anderer vor (das Zeichen dafür ist obsolet, ähnelt einem einfachen Punkt; als Mittelkor. Lautwert wird i.d.R. /ʌ/ angenommen). Da das MK aber noch weit nach der Entstehung solcher SK Lesungen liegen muß, könnte sich da durchaus noch vorher einiges getan haben. Was genau auf chin. Seite vorlag, ist zudem auch nicht wirklich klar. -- Endgültige Antworten fehlen mir hier, ein Einzelfall ist diese Lesung mit seinem merkwürdig anmutenden Vokalismus jedoch nicht.
Ansonsten: Als Doppelkonsonanten im heutigen sinokor. fallen mir neben 氏 = 씨 nur noch 雙 = 쌍 sowie 끽 = 喫 ein. Recht magere Ausbeute also (bisher). Afair gabs in MK Werken jedoch weitaus mehr, wobei da i.Allg. angenommen wird, daß diese Lesungen mit den tatsächlich gebrauchten (und in anderen Zeichenlexika der Zeit auch belegten) SK Lesungen schon nicht mehr viel gemein hatten und eher versuchten, möglichst alle Differenzierungen der chin. Seite zu erhalten.
Blubb
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